Auch ich muss Hindernisse bezwingen…

Ein Leben ohne Müll ist total IN! Findest du das auch? Möchtest du, dass dein Kind, deine Nichte, dein Neffe oder besser gesagt alle Kinder von heute und von morgen auf einer Erde leben, die vielfältig und artenreich ist? 

Dann starte in ein Less Waste Leben. Less Waste heißt wenig Müll. Und eigentlich ist das gar nicht so schwer. Zero Waste dagegen heißt ohne Müll. Das ist dann doch etwas für Fortgeschrittene oder für Radikale. 😉

Viele Menschen denken oder meinen, dass sie nichts ändern können, weil der Supermarkt keine mitgebrachten Dosen annimmt oder der Bäcker die Baumwollbeutel als hygienisch bedenklich findet. Doch das ist in meinen Augen Quatsch. Man ruht sich einfach darauf aus und gibt anderen die Schuld nichts machen zu können.

Ich kann sagen auch mir werden Steine in den Weg gelegt. Gerade wenn ich in anderen Städten bin, stehe ich vor diesen Herausforderungen. Ich weiß vorher nicht, wo ich gut unverpackt einkaufen kann und ich weiß nicht, in welchem Supermarkt ich meine Edelstahldose unbedenklich mitbringen darf.

URLAUB

Beispielsweise hatte ich im Urlaub genau solch eine Situation. Im Supermarkt fragte ich höflich, ob man mitgebrachte Dosen an der Frischetheke akzeptiert. Wie in so vielen Läden, war es in diesem Supermarkt aus hygienischen Gründen nicht möglich. Natürlich war ich frustriert. Denn mein Fußabdruck, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen, ging in die Hose. Doch ich tat es nicht einfach so ab. Ich kaufte den Käse nicht in der Plastikverpackung, sondern holte mir den Käse an der Theke. Ich hatte vorher herausgefunden, dass man dort zum Einpacken keine Plastiktüten benutzt, sondern Papiertüten. Natürlich ist Papiermüll auch Müll, doch ich fand es in dem Moment für mich die beste Lösung.

Ich möchte sagen, dass es mir genauso ergeht. Auch bei mir läuft es nicht immer glatt. Die Leute begrüßen mich nicht mit offenen Armen, wenn ich mit meinem Baumwollbeutel oder mit meiner Edelstahldose ankomme. Ich muss mir auch ganz oft eine Alternative suchen.

UND DESWEGEN EIN PAAR TIPPS VON MIR:
  • Lass dich von äußerlichen Einflüssen nicht entmutigen
  • Wenn du etwas wirklich zu hundert Prozent ändern möchtest, dann kriegst du es hin
  • Mache dir vorher eine kleine Liste fertig, wo du wie einkaufen gehen möchtest und kannst
  • Wenn in deiner näheren Umgebung der Supermarkt für mitgebrachte Dosen nicht offen ist, probiere es im weiteren Umkreis; vielleicht gibt es auf dem Weg zur Arbeit einen Supermarkt, in dem du deine Wünsche äußern kannst
  • Und ganz wichtig: 
    • umso mehr Menschen sich für den Umweltschutz einsetzen, 
    • umso mehr Menschen weniger Plastikmüll produzieren, 
    • umso mehr Menschen den Wunsch haben, ihre Lebensmittel in mitgebrachten Behältern aufzubewahren,

umso mehr kommt die Politik, der Lebensmittelmarkt und die Wirtschaft ins Tun.

Gib bitte nicht auf! Versuche kreativ zu sein. Und wenn du irgendwo nicht den gewünschten Erfolg hast, nutze die Chance und gehe woanders einkaufen. Ich habe zum Beispiel auch einen Bäcker, der nimmt meinen Baumwollbeutel nicht an. Und deswegen gehe ich da einfach nicht mehr hin. Es ist zwar schade für den Bäcker, aber bevor ich mir jedes Mal so eine blöde Papiertüte mitnehme, verzichte ich lieber dankend und gehe zu meinem Bäcker des Vertrauens, der jetzt sogar selbst Baumwollbeutel anbietet.

OHNE AUTO – WAS NUN?

Natürlich ist es so eine Sache, wenn der Supermarkt, der bezüglich Umweltschutz kooperativ ist, mehrere Kilometer weit entfernt ist. Wenn du kein Auto fährst und auf Bus und Bahn angewiesen bist, ist es selbstverständlich für dich entspannter in einem Supermarkt einkaufen zu gehen, der in der Nähe liegt. Und vielleicht denkst du ja auch: „Ich habe nun mal kein Auto und kann doch die ganzen Lebensmittel nicht sonst wie weit schleppen.“ Zum Teil verstehe ich dich, zum Teil auch nicht. Denn ich habe das gleiche Probleme. 🙂

Ich fahre nämlich kein Auto. Ich habe zwar einen Führerschein, doch bin ich diesbezüglich ein kleiner Schisser. Und so bin ich auch nur zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs. Ich muss ehrlicher Weise dazusagen, dass wir den Großeinkauf am Wochenende immer mit dem Auto abwickeln. Aber doch kommt es vor, dass ich unter der Woche nochmal eine Kleinigkeit einkaufen muss. Und auch wenn mein Mann mal verhindert ist und wir den Wochenendeinkauf nicht zusammen machen können, muss ich irgendwie mit den Lebensmitteln nach Hause.

Ich teile mir dann den Einkauf auf. Ich mache mir eine Liste was ich benötige und wo ich die Sachen herbekomme. Den einen Tag hole ich dann die einen Sachen, den anderen Tag die Anderen. Was ich so krass und genial finde: wenn du auf jegliche Art von Plastik verzichtest, bleibt im Einkaufskorb gar nicht mehr viel übrig. Also, brauchst du dir um die Schlepperei eigentlich gar nicht so viele Gedanken machen. 😉 Wenn dann doch mal einiges mehr im Korb gelandet ist, benutze ich für den Heimweg den Bus. Da ich im Sommer fast ausschließlich mit dem Rad unterwegs bin und eine Gepäckträgertasche habe, ist es auch gar nicht  so wild. Schaue doch einfach, ob es für dich auch eine Möglichkeit ist.

MEIN LETZTES WORT

Bleibe dran! Schaue nach Alternativen, mit denen du gut leben kannst. Versuche offen zu sein. Glaube ganz fest daran, dass du mit deinem Tun dem Umweltschutz dienst – dann wird es auch so kommen. Vielleicht wird nicht sofort alles gleich klappen und du hast eventuell Startschwierigkeiten, aber mit Geduld und eine gute Portion Durchhaltevermögen wird es gelingen.

Du schaffst das! Ich glaube an dich.

Deine Steffi

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