Step #3 – Bienenwachstücher, feste Seife und der Anfang von Fair Fashion

Heute gibt es endlich wieder einen Beitrag über meine Schritte bezüglich weniger Müll. Im letzten Beitrag berichtete ich darüber, wie man sein Bad müllfreier gestalten kann und dass man doch recht viel beim Thema Einkaufen verändern kann. Solltest du die ersten Beiträge verpasst haben, kannst du sie unter den nachfolgenden Links gerne nachlesen

LEITUNGSWASSER

Im ersten Beitrag erzählte ich, dass ich von Plastikflaschen auf Glasflaschen umgestiegen bin. Doch nach einer gewissen Zeit nervte mich dieses Geschleppe der Flaschen dann doch. Zumal ich auch genervt von diesem Kaufen und Zurückbringen der Pfandflaschen war. Was tut man dann am besten? Einfach Leitungswasser trinken 😉 Das ist erstens eine kostengünstige Variante und zweitens hat man diese lästigen Flaschen nicht an der Backe. Ein Vorteil ist zudem noch, dass Leitungswasser öfter und intensiver geprüft wird, als abgefülltes Quellwasser. Die einzige mögliche Keimschleuder ist der Wasserhahn selbst. Wer also auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich zusätzlich einen Wasserfilter anschaffen. Also, ran an den Wasserhahn!! Einen Nachteil möchte ich dir dennoch nicht verschweigen: ohne, dass uns jemand bescheid sagte, wurde einmal bei uns für einen Tag das Wasser abgestellt. Und das ist natürlich nicht so praktisch, zumal ich in dem Moment nicht kurz mal Wasser aus dem Supermarkt holen konnte.

Daher hab für solche unerwarteten Fälle einfach eine Glasflasche mit Wasser im Haus. 😉

WACHSTÜCHER

Bleiben wir mal in der Küche, denn dort begann der nächste Schritt in meiner „Do it yourself Zero Waste“ Reihe. Bis zu diesem Zeitpunkt nutzte ich für meine beschmierten Brote Butterbrotpapier. Und auch die Alufolie und Frischhaltefolie hatten in der Zeit noch einen Platz in unserer Küche. Doch durch das Durchstöbern des Internets, bin ich dann auf Bienenwachstücher aufmerksam geworden.  Man kann diese schon in vielen Online Stores käuflich erwerben, aber meine Devise ist ja – selber machen / selbst ist der Mann in meinem Fall die Frau. Und so bestellte ich mir in einem Online Shop unteranderem Bienenwachs. Ich kaufte mir die in Pastillenform. Alte Baumwollstoffe habe ich als Hobbynäherin natürlich zur Genüge immer im Schrank. Nachdem ich im Netz ganz viele tolle und einfache Anleitungen gefunden habe, machte ich mich ans Werk. Bewaffnet mit Bügeleisen und Backpapier bastelte ich mir meine ersten Bienenwachstücher. Und es war wirklich überhaupt nicht schwierig. Probiere es doch selber einfach mal aus oder gehe den leichten Weg und kaufe dir ein paar Bienenwachstücher. Aber auf jeden Fall ist es eine gute Aktion um weniger Müll zu produzieren. Bei mir werden die Wachstücher wirklich fast täglich benutzt. Durch das Wachs kann man die Wachstücher sehr gut falten und bleiben dann in diesem Zustand. Deswegen kann man die  Wachstücher sehr gut für:

  • das Abdecken von Schüsseln oder Tellern im Kühlschrank nutzen und
  • zum Aufbewahren von Lebensmitteln wie Brot, Brötchen, Obst oder Gemüse

Also ein echter Allrounder. 😉

FESTE SEIFE

Eine Sache, die ich dann recht schnell ausgetauscht habe, war die Flüssigseife gegen feste Seife. Was gab es doch früher für schöne Seifenschalen. Heutzutage steht in fast jedem Haushalt eine Plastikflasche mit Flüssigseife. Ich finde diese sehen nicht so schön aus, wie eine geblümte Porzellanschale. Aber gut, es geht mir ja nicht wirklich um die Schale, sondern um die Seife. 😉 Was ist denn nun eigentlich so verkehrt an der Flüssigseife? Zum einen ganz klar und offensichtlich die Plastikverpackung. Da haben wir Müll, der eigentlich nicht wirklich sein muss. Zum anderen ist in der Flüssigseife unter anderem Mikroplastik enthalten – und auch das ist Müll. Denn in den Kläranlagen wird natürlich das Wasser gefiltert, doch zu hundert Prozent kriegen die Anlagen das Mikroplastik nicht aus dem Wasser und so landet dieses im Meer. Was mir außerdem negativ aufgefallen ist, ist, dass aus den Plastikspendern extrem viel Seife rauskommt. Irgendwie kann man das nie ordentlich dosieren. Das heißt: Verschwendung der Seife, zu viel Müll, zu viele Kosten. Deswegen ist die gute alte feste Seife eine umweltfreundliche Alternative. Diese gibt es in sehr vielen Märkten – Supermärkte, Drogerien, Biomärkte, Unverpacktläden, oder auch Läden, die sich auf Seife spezialisiert haben- schon unverpackt, beziehungsweise in Papier eingewickelt.

KLAMOTTEN AUS BIOBAUMWOLLE

Abschließend möchte ich noch ganz kurz auf das Thema „Klamotten“ eingehen. Zu dem komplexen Thema gibt es so viel zu berichten. Daher werde ich jetzt nur auf ein paar wesentliche Punkte eingehen, um nicht den Rahmen des Beitrags zu sprengen. Ich möchte aber zu diesem Thema nochmal einen separaten Beitrag schreiben.

Ich möchte dir kurz erzählen, wie ich zu diesem Thema gekommen bin. Es fing bei mir in der Schwangerschaft an. Mir war natürlich bewusst, dass Fast Fashion nicht gut für die Umwelt ist und diese nicht unbedingt zu fairen Bedingungen produziert werden. Dennoch kaufte ich für mich immer noch in diesen Ketten ein. Doch für meinen Sohn wollte ich gerne – gerade am Anfang – eine Ausnahme machen. Und so recherchierte ich im Netz, wo man gut Babyklamotten mit Biobaumwolle einkaufen kann. Es traf mich der Schlag! Natürlich gab es viele Online Stores, die diesen Bereich abdecken, aber als ich die Preise sah, fiel ich fast aus den Latschen. Auch wenn man keine Kinder hat weiß man, dass die Kinder in den ersten Jahren die Kinder rasant wachsen. Und so viele Bodys und Strampler, die man am Anfang benötigt, konnte ich in Bioqualität einfach nicht bezahlen. Es gibt eine ganz bestimmte, bekannte, schwedische Kette, die Bodys mit Biobaumwolle verkauft. Und dort kaufte ich dann auch den größten Teil ein. Allerdings werden diese „Biobodies“ leider nicht unbedingt zu besseren Bedingungen produziert, als die Herkömmlichen. Aber gut, mein Gewissen war zu mindestens ein kleines bisschen beruhigt Gewisse Sachen waren mir aber dann doch das Geld wert, wie zum Beispiel: Wickelauflage mit Decke, Stillkissen, Babydecke und Pucksack. Da ich nicht so der Flohmarktgänger bin und um Second Hand Läden immer einen großen Bogen gemacht habe, kaufte ich fleißig immer neue Klamotten für meinen Sohn ein. Jetzt im Nachhinein bin ich natürlich schlauer – ich tat damit der Umwelt und meinem Geldbeutel überhaupt keinen Gefallen; obwohl ich von Second Hand  immer noch nicht ganz so überzeugt bin. Aber wenn dich das nicht stört, dann ist es wirklich eine ganz tolle Sache um nachhaltiger zu leben.

2016 saß ich mit ein paar Verwandten (alles Frauen) zusammen und da sprach ich das Thema Fair Fashion auch mal an. Ich erzählte, dass ich mehr darauf achten möchte, wo die Kleidung herkommt, aus was sie besteht und dass ich am besten Klamotten in Bioqualität kaufen möchte. Und was bekam ich zu hören? „Das ist doch viel zu teuer!“ Und genau darüber möchte ich im separaten Beitrag berichten: Ist Fair Fashion teurer? Was ist denn überhaupt der Unterschied zwischen Fair Fashion und Fast Fashion? Macht das überhaupt einen Sinn?

In diesem Sinne wünsche ich dir einen schönen Tag und viel Erfolg bei den nächsten Schritten in ein nachhaltigeres Leben,

Deine

Steffi

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